Die Bremer Stadtmusikanten

Standard

5 Spiele zu dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“, mit Begriffserklärungen und vielem mehr.

Figuren: Esel, Hahn, Pferd, Katze, Räuber, Jäger, Mann, Frau, Köchin, Haushälterin

Begriffserklärungen:

Bremen= Stadt in Deutschland

unverdrossen= immer alles gleich machen

untauglich= für nichts fähig sein

Stadtmusik= Leute, die in der Stadt Musik machen

jappsen= nach Luft schnappen

reissaus=weglaufen

Laute= Zupfinstrument

Pauken= Musikinstrument

Quere gekommen= begegnet

an den Kragen gehen= Bedrohung

Landesflüchtige= Menschen, die vom Land in die Stadt gehen

Leibeskräfte= mit all seiner Kraft

Mark und Bein= etwas geht durch und durch

prophezeien= vorhersagen

deuchte= glauben

Fünkchen= mit Streichholz vorzeigen

Herberge= Unterkunft

schimmern= glitzern

klirren= Geräusch, wenn etwas zerbricht

Gesellen= Helfer, Gehilfe, Mitarbeiter

Bockshorn= sich nicht einschüchtern lassen

spie= übergeben

tüchtiger Schlag= fester Schlag

greulich= schrecklich

Richter= jemand, der Verbrecher verurteilt (sagt Strafe)

Schelm= Spaßvogel

Ungetüm= Ungeheuer

Holzkeule= mit Bild vorzeigen

Spielideen zur Begriffserklärungen:

Spiel: Ortssuche

Material: Landkarte, Nadel, Klebestreifen

Durchführung: Die Kinder sitzen in einem Polsterkreis. Ich hänge die Landkarte auf einer Wand auf. Dann frage ich die Kinder, ob sie schon einmal auf einer Landkarte einen Ort gesucht haben. Ich frage, ob jemand vielleicht weiß, wo Deutschland ist. Danach zeige ich ihnen die Stadt Bremen. Ein Kind darf die Nadel auf diesen Ort stecken. Die Kinder dürfen dabei auch aufstehen und von Nahe die Landkarte betrachten.

Hinweis: Jedes Kind soll die Landkarte gut sehen können!

Spiel: Was ist das?

Material: /

Durchführung: Die Kinder sitzen in einem Polsterkreis. Nun beginne ich, auf spielerische Weise, Wörter zu erklären: Wenn sie ein Wort wissen, dürfen sie aufzeigen.

Wörter:

unverdrossen: Wie nennt man jemanden, der immer alles gleich gut macht?

untauglich: Wie nennt man jemanden, der für nichts fähig ist?

Stadtmusiker: Weiß jemand, wie man die Leute nennt, die in der Stadt Musik machen?

Landesflüchtige: Wenn jemand vom Land in die Stadt zieht, wie nennt man das dann?

Gesellen: Wie nennt man Mitarbeiter und Gehilfen?

Herberge: Wenn ihr in den Urlaub fährt, wo könnt ihr überall übernachten?

Hinweis: Jedes Kind soll genügend Zeit bekommen, nachzudenken. Die erratenen Wörter werden wiederholt.

Spiel: Probiere es selber

Material: Pauken

Durchführung: Die Kinder dürfen selber probieren, auf den Pauken zu spielen. Gemeinsam sollen sie einen Rhythmus trommeln. Danach erzähle ich ihnen, dass man dieses Instrument Pauken nennt.

Variation: Jedes Kind darf einzeln etwas vortrommeln. Man kann daraus ein kleines Konzert gestalten.

Hinweis: Jeder Rhythmus der Kinder ist richtig und nach jedem Stückende wird geklatscht, da dies den Kindern ein positives Gefühl zum selber musizieren geben soll.

Spiel: Schau genau und hör‘

Material: Fotos von einer Holzkeule und Laute, CD mit Laute

Durchführung: Die Kinder sitzen in einem Polsterkreis. Ich zeige ihnen die Fotos von der Holzkeule und der Laute. Danach spiele ich ihnen eine Aufnahme einer Laute vor.

Hinweis: Jedes Kind soll das Bild gut sehen können. Wichtig ist, dass das Bild groß genug ist.

Spiel: Achtung Funke!

Material: Streichholz

Durchführung: Die Kinder sollen in einem Stuhlkreis sitzen. Ich zünde das Streichholz an und erkläre ihnen anhand des Beispiels, was Funken sind. Ich wiederholte dies noch einmal.

Hinweis: Beim Umgang mit Feuer passe ich besonders auf!

Spiel: Rollenspiel

Material: /

Durchführung: Ich teile die Kinder in 5er Gruppen ein. Nun bekommt jede Gruppe ein Wort zugeteilt. Wenn sie das Wort nicht wissen, erkläre ich es ihnen kurz. Nun müssen sie versuchen, das Wort in einem Rollenspiel darzustellen und das den anderen Kindern zu vermitteln.

Wörter:

  1. Wort: jappsen
  2. Wort: in die Quere gekommen
  3. Wort: an den Kragen gehen
  4. Wort: Schelm
  5. Wort: Richter

 Bildungsangebot im Kindergarten

Vorarbeit zu Hause:

Bilder ausdrucken, Streichhölzer mitnehmen, Landkarte mitnehmen, Pauken etc. mitnehmen, Kuscheltiere mitnehmen

  • 2 Tage vor dem Bildungsangebot werde ich die schwierigen Begriffe, wie schon erwähnt, erklären (siehe Spiele)
  • 1 Tag vorher werde ich diese Begriffe noch einmal wiederholen
  • Am Tag des Bildungsangebotes bereite ich einen Sitzkreis mit Pölstern frühzeitig im Nebenraum vor
  • Ich werde die Kinder mit einem Esel (Kuscheltier) an der Nasenspitze berühren und dann mit ihnen in den Nebenraum gehen. Dabei bilden wir eine Bolognese, wo der Esel der Anführer ist.
  • Ich zeige den Kindern nun ein Bild von den Bremer Stadtmusikanten. Nun dürfen die Kinder die Laute der Tiere vormachen.
  • Dann erzähle ich ihnen das Märchen frei vor und zeige dabei die Kuscheltiere (Stimme bei den verschiedenen Tieren verstellen).
  • Ich stelle den Kindern Fragen zum Märchen:
    • Wie hat es euch gefallen?
    • Wem begegnete der Esel als erstes?
    • Wen wollten die Bremer Stadtmusikanten vom Räuberhaus verjagen?
  • Nun erzähle ich ihnen noch einmal das Märchen und jedes Kind darf mit einem anderen Kuscheltier die Szene nachspielen.
  • Danach dürfen die Kinder sich ein Tier vom Märchen aussuchen und so hinausgehen (z.B.: Pferd—> galoppieren)
  • Am nächsten Tag nach dem Morgenkreis frage ich die Kinder noch ein paar Fragen zum gestrigen Märchen

Variation bei Zeitmangel: Die Spiele spielen wir in der Freispielphase (jedes Kind, was freiwillig will). Den letzen Punkt mit dem Morgenkreis kann man weglassen und stattdessen das Bild, welches ich am Anfang des Bildungsangebotes gezeigt habe, im Gruppenraum aufhängen, sodass sich die Kinder immer an das Märchen erinnern können.

 Die Bremer Stadtmusikanten

Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen, aber der Esel merkte, dass kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen; dort, meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich müde gelaufen hat. „Nun, was jappst du so, Packan?“ fragte der Esel. „Ach,“ sagte der Hund, „weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde, auch auf der Jagd nicht mehr fort kann, hat mich mein Herr wollen totschlagen, da hab ich Reissaus genommen; aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?“ – „Weisst du was?“ sprach der Esel, „ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh mit und lass dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute und du schlägst die Pauken.“ Der Hund war’s zufrieden, und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so sass da eine Katze an dem Weg und macht ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. „Nun, was ist dir in die Quere gekommen, alter Bartputzer?“ sprach der Esel. „Wer kann da lustig sein, wenn’s einem an den Kragen geht,“ antwortete die Katze, „weil ich nun zu Jahren komme, meine Zähne stumpf werden, und ich lieber hinter dem Ofen sitze und spinne, als nach Mäusen herumjagen, hat mich meine Frau ersäufen wollen; ich habe mich zwar noch fortgemacht, aber nun ist guter Rat teuer: wo soll ich hin?“ – „Geh mit uns nach Bremen, du verstehst dich doch auf die Nachtmusik, da kannst du ein Stadtmusikant werden.“ Die Katze hielt das für gut und ging mit. Darauf kamen die drei Landesflüchtigen an einem Hof vorbei, da sass auf dem Tor der Haushahn und schrie aus Leibeskräften. „Du schreist einem durch Mark und Bein,“ sprach der Esel, „was hast du vor?“ – „Da hab‘ ich gut Wetter prophezeit,“ sprach der Hahn, „weil unserer lieben Frauen Tag ist, wo sie dem Christkindlein die Hemdchen gewaschen hat und sie trocknen will; aber weil morgen zum Sonntag Gäste kommen, so hat die Hausfrau doch kein Erbarmen und hat der Köchin gesagt, sie wollte mich morgen in der Suppe essen, und da soll ich mir heut abend den Kopf abschneiden lassen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solang ich kann.“ – „Ei was, du Rotkopf,“ sagte der Esel, „zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall; du hast eine gute Stimme, und wenn wir zusammen musizieren, so muss es eine Art haben.“ Der Hahn liess sich den Vorschlag gefallen, und sie gingen alle vier zusammen fort.

Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen und kamen abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen grossen Baum, die Katze und der Hahn machten sich in die Äste, der Hahn aber flog bis an die Spitze, wo es am sichersten für ihn war. Ehe er einschlief, sah er sich noch einmal nach allen vier Winden um, da deuchte ihn, er sähe in der Ferne ein Fünkchen brennen, und rief seinen Gesellen zu, es müsste nicht gar weit ein Haus sein, denn es scheine ein Licht. Sprach der Esel: „So müssen wir uns aufmachen und noch hingehen, denn hier ist die Herberge schlecht.“ Der Hund meinte: „Ein paar Knochen und etwas Fleisch dran täten ihm auch gut.“ Also machten sie sich auf den Weg nach der Gegend, wo das Licht war, und sahen es bald heller schimmern, und es ward immer grösser, bis sie vor ein helles, erleuchtetes Räuberhaus kamen. Der Esel, als der grösste, näherte sich dem Fenster und schaute hinein. „Was siehst du, Grauschimmel?“ fragte der Hahn. „Was ich sehe?“ antwortete der Esel, „einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken, und Räuber sitzen daran und lassen’s sich wohl sein.“ – „Das wäre was für uns,“ sprach der Hahn. „Ja, ja, ach, wären wir da!“ sagte der Esel. Da ratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müssten, um die Räuber hinauszujagen und fanden endlich ein Mittel. Der Esel musste sich mit den Vorderfüssen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels Rücken springen, die Katze auf den Hund klettern, und endlich flog der Hahn hinauf, und setzte sich der Katze auf den Kopf. Wie das geschehen war, fingen sie auf ein Zeichen insgesamt an, ihre Musik zu machen: der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute und der Hahn krähte. Dann stürzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, dass die Scheiben klirrten. Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe, meinten nicht anders, als ein Gespenst käme herein, und flohen in grösster Furcht in den Wald hinaus. Nun setzten sich die vier Gesellen an den Tisch, nahmen mit dem vorlieb, was übriggeblieben war, und assen nach Herzenslust.

Wie die vier Spielleute fertig waren, löschten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafstelle, jeder nach seiner Natur und Bequemlichkeit. Der Esel legte sich auf den Mist, der Hund hinter die Tür, die Katze auf den Herd bei der warmen Asche, der Hahn setzte sich auf den Hahnenbalken, und weil sie müde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie auch bald ein. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte, auch alles ruhig schien, sprach der Hauptmann: „Wir hätten uns doch nicht sollen ins Bockshorn jagen lassen,“ und hiess einen hingehen und das Haus untersuchen. Der Abgeschickte fand alles still, ging in die Küche, ein Licht anzünden, und weil er die glühenden, feurigen Augen der Katze für lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze verstand keinen Spass, sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak er gewaltig, lief und wollte zur Hintertüre hinaus, aber der Hund, der da lag, sprang auf und biss ihn ins Bein, und als er über den Hof an dem Miste vorbeikam, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Schlag mit dem Hinterfuss; der Hahn aber, der vom Lärmen aus dem Schlaf geweckt und munter geworden war, rief vom Balken herab: „Kikeriki!“ Da lief der Räuber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und sprach: „Ach, in dem Haus sitzt eine greuliche Hexe, die hat mich angehaucht und mit ihren langen Fingern mir das Gesicht zerkratzt. Und vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen. Und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungetüm, das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen. Und oben auf dem Dache, da sitzt der Richter, der rief: ‚Bringt mir den Schelm her!‘ Da machte ich, dass ich fortkam.“ Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiel’s aber so wohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten.

Advertisements

Über Riki Daurer

hat eine kleine Werbeagentur text-alpin und ist daneben Lehrerin für Russisch und Informatik und Medien. Ihr Interessensschwerpunkt ist die Erstellung von Homepages, Corporate Websites und Online Marketing Bereich für EPUs, Kleinunternehmen und NPOs.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.